Die Bosnische Tragödie
Instrumentaloratorium in 5 Sätzen
Im März 2012 jährt sich zum 20ten Mal der Ausbruch des Bürgerkrieges in Bosnien, Wie viele meiner Freunde und Mitmusiker stand ich dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien mit einer Mischung aus Entsetzen, Wut, Trauer und Ohnmacht gegenüber .Diese Ohnmacht habe ich im Sommer 1993 in der Art eines instrumentalen Oratoriums zu verarbeiten versucht. Ich wollte, wenigstens in dem mir zugänglichen Gesellschaftsbereich auf diesen Krieg reagieren und den sich verbreitenden gleichgültigen Zynismus nicht einfach hinnehmen. In meiner Studienzeit hatte ich mit vielen, damals jugoslawischen Studenten gespielt, nie gewusst, ob sie Slowenen, Serben, Kroaten, Bosnier oder Mazedonier waren, da dies bedeutungslos war. Eine der entsetzlichen Folgen dieses Krieges war und ist der tiefe Hass, der zwischen den einzelnen "Volksgruppen" wieder ausgebrochen ist und großteils noch immer besteht. Alle Regierungen, ob Milosevic, Tjudman oder Izetbegovich haben nur durch und von diesem Krieg gelebt und letzten Endes weder ihre Armeen noch die vielen losen Milizverbände unter Kontrolle gehabt, die den Krieg gezielt gegen die Zivilbevölkerung und die kulturelle Vielfalt einer offenen und freien Gesellschaft geführt haben.
Die Komposition „Die Bosnische Tragödie“ wurde am 02.12.1993 uraufgeführt und das Jazztett Forum Graz hat nach dem Friedensvertrag von Dayton im Dezember 1995 drei Konzerteinladungen nach Bosnien bekommen. Im März 1996 hat die Gruppe die Komposition auf der CD "L 5“ bei Extraplatte veröffentlicht im Forum Stadtpark präsentiert.


